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News Mundpropaganda – Slam Poetry erobert die Welt

Markus Köhle und Mieze Medusa haben sich wiedermal an die Arbeit gemacht. Als österreichweite SlammasterInnen (Bäckerei Poetry Slam Innsbruck, textstrom Poetry Slam, Minoriten Poetry Slam Graz, österreichische Poetry Slam Meisterschaften Ö-Slam) und als aktive SlammerInnen haben sie in den letzten Jahren jede Menge Texte gehört, und gemeinsam mit anderen SlammerInnen performt und gefeiert. Ö-Slamily könnte man das nennen und die wurde jetzt zwischen 2 Buchdeckel gepresst. Aber keine Angst: da ist genug Platz für vieles und nicht nur zwischen den Zeilen!

Mundpropaganda - Ö-Slamily in Buchform!

Mundpropaganda katapultiert Sie mitten in den abgedrehten Slam-Kosmos. Lesen Sie von talentierten Volksschulkindern unter Terrorismusverdacht, Eisbär Knuts Klöten, der Zitteraalzähmerin, Schrödingers Katze, Energievampiren, Kleingeistern und Großkotzen, Großstädten und Stammtischen, Bildungsschmoks und Kleinformatsrevoluzzern, Eduard Zimmermann und Indiana Jones, Erstbesteigungen und Lebenstalsohlen, beachtlich abstoßenden Edelproletinnen und dement gekoksten Galileo-Mystery-Rechercheteams, von spektakulär hyperindividuellen Selbstmordarten, AMS, ASFINAG, I-Phone, YouPorn, FKK, Skype and L.O.V.E., Tus-Insektenspray, Alkohol, Kaufrausch, Zeitgeist und Schuhen.
Summa summarum dreht sich alles um Weltverbesserungsansätze und Lebensvorsätze, lange Sätze, kurze Sätze, Nebensätze, Nachsätze, Satzsiege und Punkte.

Mit Beiträgen von: Stefan Abermann, El Awadalla, Muhammed Ali Bas, Clara Felis, Martin Fritz, Yasmin Hafedh, Markus Köhle, Der Koschuh, Jimi Lend, Elwood Loud, Lina Madita, Mieze Medusa, René Monet, Michael Murnau, Paz Ooka, Andreas Pianka, Paul Pizzera, Andreas Plammer, Ana Ryue, Christian „Schreibi“ Schreibmüller, Sevi, Tschif, Matthias Vieider, zemmler u. v. a.

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Textprobe:(von Stefan Abermann)

Es ist noch dunkel, es ist Winter, erste Flocken fallen wie Asche vom Himmel. Unsere Schritte hallen vom toten Asphalt wider wie monotone Schläge gegen eine Ölwanne. Wir sind müde, wir gehen in Kolonnen und wir wissen, wir müssen sterben. Denn es ist 8 Uhr morgens, wir sind 8 Jahre alt und an der Kreuzung erwartet uns ein Mann mit einer Waffe. An meiner Seite höre ich Mieze leise weinen. Sie will nicht zur Verkehrserziehung, sagt sie. „Ruhe!“, schreit die Lehrerin. Ich drücke Miezes Hand. Halt durch, flüstere ich. Der Polizist sieht aus, wie man als Polizist bei einer Verkehrserziehung aussehen muss: In seinen Augen steht der Hass. Ein Polizist machte diesen Job nicht freiwillig. Zur Verkehrserziehung wird man strafversetzt. Für uns ist das ein berunuhigendes Gefühl: Der gute Mann hat am Vorabend noch einem Asylanten die Atemwege zugeklebt. Jetzt ist er hier. Und er will uns töten. „Aufgepasst!“, keift der Polizist. „Wir üben heute das Überqueren einer Straße! Wer von euch hat schon einmal eine Straße überquert?!“ Leises Murren in den Reihen. Einige Finger recken sich zitternd in die Luft. „Du da!“, schreit der Polizist und zeigt auf Markus: „Hierher!“. Markus geht entschlossen an den Straßenrand. Wir bewundern seinen Mut. Markus ist tough. Markus schaut dem Tod ins Gesicht und sagt: „Buh“.

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Autor: Mieze Medusa
Veröffentlicht: 05.06.2011

Backlab Artist: Mieze Medusa