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Event Kurzfilmabend im dokapi, das 3d cafe: Filme von Studierenden der Kunstuniversität Linz



NORMAL von Jakub Vrba, A/CR 2006, 20 min

A man looks at how beautiful the world is. He seeks distraction. He
finds it in the refrigerator. He encounters his past, present and
future. He drinks. A man looks at how beautiful the world has remained.
His future has meanwhile arrived.

NACH DER EISHÖHLE von Lukas Marxt und Michael Petri, A 2007, 30min

In their editing Marxt and Petri inscribe a dramatic, subversive
overarching plot into the home movie. In the beginning, for instance,
we see the family setting as an experimental arrangement divided by the
mute, male observer, who observes his subjects in front of the camera
in an excruciating way. (Ramón Reichert)

CURRENT SHOT 01 von Stefan Kushima, Phillipe Gerlach, A 2007, 15 min

Hinter dem kontrollierenden Blick der Zeitlupe verbirgt sich eine Abstraktion,
die derselbigen die Frage der Evidenz neu stellt.
Die sich in den ersten Minuten einstellende Leere und der
einhergehenden Selbstkonfrontation, den Erwartungen bezüglich dem
Medium, dies alles eröffnet einen Raum für eine eigenständige
Dramaturgie. Unwichtiges wird wichtig. Kleines wird groß.
Eine Einladung die Verschränkung von Bild&Zeit, im weiteren Sinne
deren Funktionen in persönlichen und gesellschaftlichen Aspekten, neu zu erfahren.

PANIC von Michael Petri, A 2006, 8 min

In der Videoinstallation Panic von  Michael Petri wird das Verhältnis von Spiel und Tod, Religion und Vergnügungsindustrie dekonstruiert. Während das Vergnügen in Panik gerät und das Kruzifix als elastisches, ein- und ausfahrbares Symbol hier auf Polstern gebettet liegt, dort im Automaten auf seinen Einsatz wartet, wird organisierte Spiritualität einer Kritik unterzogen. Gilles Deleuze wies darauf hin, dass der Todestrieb in maskierter Form sich als Wiederholung zu erkennen gibt. Panic konfrontiert uns mit der Frage, wie das Thema des Todes, das doch das Negativste im psychologischen Leben zusammenzufassen scheint, an sich zum Positivsten, transzendental Positiven werden kann, so dass es die Wiederholung bejaht. In einer der Einstellungen zieht der Bauarbeiter ein schier nicht enden wollendes Kabel aus einer Kanalisationslücke, die sich direkt neben einigen Gräbern befindet. Dieser repetitive Akt, bei dem sich etwas aus dem Dunklen hervorbringt, entspricht unserer unbewussten Trieborganisation. Der Psychoanalyse zufolge ist das Unbewusste so organisiert, dass die in ihm herrschenden Triebe nach Energieabfuhr streben, nach ihrer eigenen Auslöschung. Der Jahrmarkt als Ort der kollektiven Triebabfuhr ist somit gleichzeitig ein Ort, an dem Triebe kleine Tode erfahren sollen. Das automatisch sich auf- und abrichtende Metallkreuz, das wir in einigen der Szenen von Panic sehen, entpuppt sich als Maske für die systematisierte Abfuhr libidinöser Triebenergie in Form eines Jahrmarkt-Gerätes. Die scheinbar aus dem Grabstein herausfahrende Gondel stürzt zum Zwecke der Sublimierung sogleich wieder in diesen hinein. Das Mechanische an der Wiederholung, das offensichtlich wiederholte Handlungselement dient als Decke einer tiefer liegenden Wiederholung, in der die Masken und Symbole vom Todes- und Sexualtrieb gespeist werden. Die Spielzeugtiere, die automatisch immer wieder gegen dieselbe Wand mit dem Preisschild laufen, signalisieren so wie die Redundanz des Kreuz-Symbols in den Bildern das Symptom und zeigen ein Theater des Schreckens an, in dem die Zeichen kollabieren und sich austauschen. Gleichzeitig entwickelt sich durch die Dialektik zwischen den Bilder und den desintegriertenden Tonbandloops von William Basinski eine Leichtigkeit, welche die Notwendigkeit ewiger Wiederkunft vermittelt. Es liegt an uns, das Spiel der Masken richtig zu spielen und das zu wiederholen was der Wiederholung wert ist.
Text: Andreas Fraunberger, 2007